Archive for the ‘Dienstag, 21.10.2008’ Category

Auf Wiedersehen

21.10.2009

Den Teilnehmern der Comdays 2009 wünschen wir angenehme Heimreise. Auf Wiedersehen nächstes Jahr, 26./27. Oktober 2010.

Sabine Ingwersen & Stefan Scherrer

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Schweizer Meisterschaften Informatik-Berufe

21.10.2008

Oliver Schalch und Alfred Breu (Swiss ICT) zeichnen Lehrlinge in drei Kategorien aus. Die Medaillen überreicht Sascha Grossenbacher. Er gehörte letztes Jahr zu den Gewinnern. Der Teilnehmer an den Weltmeisterschaften klassierte sich in der Kategorie Web-Design als bester Europäer.

Kategorien:

– IT/Software-Applikationen

– Web-Design

– Netzwerktechnik

 

Die Formel des Erfinders

21.10.2008

 

Anton Gunziger, Professor ETH Zürich und Erfinder

 

Anton Gunzinger

Anton Gunzinger

Was bedeutet eigentlich Erfinden? Eine interessante Frage, nicht wahr? Für Anton Gunziger ist es eine Technik, die neuen Mehrwert für Menschen durch Innovation kreiert.  Erfinden heisst für ihn: Das Verlassen der Komfort-Zone. Oder das Kultivieren kindlichen Erfindungsgeists oder auch die Not. Denn Not macht nun mal erfinderisch. Was auch dazu gehört: Lust – denn wir müssen eben immer Neues erfinden, haben den Reflex, alles immer wieder zu verbessern. Und letztlich auch: die Liebe – zu was auch immer.

Brauchen Sie eine Formel für Erfolg? Hier ist die von Anton Gunziger:
Erfolg gleich Können mal Erfolgswillen hoch 2 plus Disziplin. Wen das überzeugt, der möge es sich übers Bett hängen. Der Erfolg gibt Professor Gunziger auf jeden Fall Recht.

Was es überhaupt noch zu erfinden gibt? Ein Beispiel zu Gunsten des Schweizer Fernsehens. SF produziert viele Beiträge. Frage: Wie kann man diese sinnvoll archivieren, damit sie für künftige Beiträge nutzbar werden?  Antwort: Mit Metadaten. Merke: Wir reden hier von 2500 Terrabites. Klingt viel, ist viel. Kann man so viele Daten organisieren? Man kann. Das Material wird übrigens von 30 Archivaren und rund 700 Journalisten genutzt/bereitgestellt. Anton Gunziger und sein Team an der ETH macht’s möglich.

Mit IT-Erfindungen hat sich Gunziger wahrlich ausführlich beschäftigt. Ein guter IT-Mitarbeiter ist für ihn jemand mit guten Fachkenntnissen und hoher Integrität. Ausserdem: er/sie muss gerne mit Menschen zu tun haben. Wer das erfüllt, so Anton Gunziger, sollte wissen: IT is your place to be!

 

Ein langer erster Tag hier in Biel geht langsam zu Ende. Viele Referenten haben gesprochen. Und was auffällt: Anton Gunziger hat auch jetzt, nach 18 Uhr, noch grosse Augen.

 

 

 

 

Alternatives Facebook: Der Erfinder

21.10.2008

Orkut Buyukkokten, Google, California, Erfinder des Social Networks Orkut

 

Orkut Buyukkokten

Orkut Buyukkokten

Erfahrungen mit Social Networking: Orkut Buyukkokten schrieb vor allem in Brasilien mit seinem sozialen Netzwerk Aufsehen erregende Geschichten. Zeitweise lief ein Drittel des Internet-Traffics in Brasilien über Orkut. Das Einladen von Freunden auf die Plattform wurde zum nationalen Sport. Auch im Iran zeigten die Nutzerkurven steil nach oben – bis die Regierung die Plattform verbot.

Vor Orkut glaubte Buyukkokten an den Erfolg von Club Nexus. Dessen Publikum waren Studenten, deren Daten gezielt gesammelt wurden – Selbsteinschätzungen, Vorlieben, Geschmack (Bücher, Filme, Musik), soziale Verbindungen etc.

Daraus wurden Korrelationen gesucht. Ein Beispiel: Menschen, die von sich sagen, dass sie erfolgreich sind, engagieren sich auch sozial. Zu beachten ist, dass Schlüsse nicht vorschnell gezogen werden dürfen. So haben nicht alle Sportler die gleichen Vorlieben, Dafür gibt es einfach zu viele verschiedene Sportarten.

Was den Erfolg einer erfolgreichen Social-Networking-Plattform letztlich ausmacht, kann nicht einmal Orkut Buyukkokten exakt beantworten. Tatsache ist, dass sich ihre Nutzer dort bewegen, wo sich auch ihre Freunde aus dem «normalen Leben» bewegen.

In Telco-Produkte investieren?

21.10.2008

 

Klaus-Dieter Scheurle, Professor und Managing Director der Credit Suisse, Frankfurt

Klaus-Dieter Scheurle

Klaus-Dieter Scheurle

Klaus-Dieter Scheurle hat schon Vieles erlebt. Einerseits war er hautnah dabei, als die Deutsche Bundespost privatisiert wurde, andererseits kennt er die Grenzen der Telco-Machbarkeiten aus seiner Zeit bei der Telekommunikations-Regulierungsbehörde.

Heute betrachtet er den Telco-Markt aus Sicht eines CS-Investment-Bankers.

Vor dem Hintergrund der Finanzkrise haben sich die Telekommunikations-Anbieter recht gut geschlagen. Deren Performance hat zwar seit Januar an Schwung verloren. Telco-Produkte stehen aber vergleichbar gut im Markt. So fielen Telco-Aktien in der Phase der Finanzkrise um rund 16%, niedriger als der Durchschnitt (-22%).

Allerdings, so Scheurle, stecken wir in einer wirtschaftlichen Abschwächung, von der  v. a. der Mobilfunk-Markt betroffen ist. „Wir werden hier im kommenden Jahr weniger Erträge sehen.“ 

Festnetz: Auch hier sind die Umsätze geringer, aber dieser Bereich verzeichnet eine höhere Profitabilität durch verbesserte Margen. Die Breitbanddienste hingegen generieren – nicht verwunderlich – Zuwächse. Wer hier die notwendigen Investitionen tätigt, ist dabei.

Ausblick: Die wirtschaftliche Entwicklung zeigt bekanntlich derzeit kein gutes Bild. Insbesondere im Mobilfunk wird dieses sichtbar sein. Mobilfunk sei, so Scheurle, weit abhängiger von der wirtschaftlichen Entwicklung als das Festnetz-Geschäft. Den kleineren Anbietern prognostiziert er weniger Wachstum.

Und letztlich zum Thema Mergers & Acqusitions im Bereich Telekommunikation: More sellers than buyers. Dem ist nicht viel hinzuzufügen.

Voting Nr. 3

21.10.2008

Voting 3 nimmt Bezug auf Referate des Nachmittags, Dienstag, 21. Oktober 2008)

Teilnahmemöglichkeit über den mobilen Blog (http://comdays.mobi)

Frage 3:
Wie wird die Finanzkrise die Telecombranche beeinflussen?

Welche Netze soll man wie nutzen?

21.10.2008

Matthias Finger, Professor Networkmanagement, EPFL, Lausanne

 

Matthias Finger

Prof. Matthias Finger

Professor Finger zeichnet Gedankenvorgänge auf, wie sich der Grad an Regulierungen vernünftig festlegen lässt. In diese spielen verschiedene Interessen: Institutionen und Staat stehen im Wesentlichen den Anbietern neuer Technologien entgegen. Dies muss aber nicht zwangsläufig so sein. Eine gewisse Kohärenz ist durchaus denk- und wünschbar.

Theoretische Modelle, Regulierungen festzulegen, sind rar. Sie bewirken verschiedene Tendenzen. So kann mit System vorgegangen werden (Entscheidungsbaum): Gibt es ein Monopol? Wenn nein, dann haben wir keinen Engpass. Haben wir verborgene Kosten? Wenn wir ein Monopol haben, muss man das hinterfragen. Braucht es überhaupt ein Monopol? Die Antwort kann ja sein, wenn die Infrastruktur zentral aufgebaut werden muss. Wenn das Monopol stabil ist, kann man den Schluss ziehen, dass eine Staatsintervention angebracht ist. Wenn die Kostenregulierungen höher sind als der Nutzen für den Markt, sind sie in Frage zu stellen.

Auch die weiter vorgestellten Modelle stellen Technologie und Institutionen in Konkurrenz. Unternehmen und Staat sind Bestandteil des Marktes, die Politik nimmt weiterhin Einfluss. Staatliche Effizienz, Stärkung des Wirtschaftsstandortes, Versorgungssicherheit und weitere Themen müssen nach Prioritäten gewichtet werden. Entsprechend fällt die gewünschte Konfiguration aus.

Stromnetze sind anders als Telekom-Netze

21.10.2008

 

Hans-Peter Aebi, CEO Swissgrid

Hans-Peter Aebi

Hans-Peter Aebi

Wir brauchen den Wettbewerb im Strom. Das macht Hans-Peter Aebi gleich zu Anfang klar.

Die Unterschiede zu den Netzen der Telekommunikation sind grösser als mancher Laie gedacht haben mag, denn, so Aebi, Strom könne man nicht speichern, er gehe den Weg des geringsten Widerstands. Je grösser die Distanz, desto grösser der Widerstand – und: die Produktion muss stets im Gleichgewicht sein.

Ohne Strom geht nichts. So viel ist sicher. Versorgungssicherheit, so Hans-Peter Aebi, steht bei Swissgrid daher strategisch sogar noch über wirtschaftlichen Erwägungen. Das ist nachvollziehbar, denn Stromausfälle können bekanntlich katastrophale Folgen auf allen Ebenen nach sich ziehen.

In fünf Jahren erfolgt die Eigentumsübertragung des Schweizerischen Stromnetzes. Eigentum bedeute Macht, so der Swissgrid-Chef und nach seiner Erfahrung werde diese in der Regel eben auch ausgenutzt. Eine Übertragungsnetzwerkgesellschaft – eine Art Letzte-Meile-Gesellschaft – sei dann für gewissenhaft geführte Stromnetzwerke ohne Diskriminierung eine für alle sinnvolle Lösung.  

Voting Nr. 2

21.10.2008

Voting 2 nimmt Bezug auf die ersten Referate des Nachmittags, Dienstag, 21. Oktober 2008)

Teilnahmemöglichkeit über den mobilen Blog (http://comdays.mobi)

Frage 2:
Kostensparen durch Netsharing – Ist das ein Weg für Mobilanbieter um Ihre Kosten zu senken?

Konvergenz Broadcasting-Netze/TC-Netze

21.10.2008

Michael T. Fries

Mike Fries

Mike Fries

President and CEO Liberty Global, Inc.

Digital TV ist eine echte Revolution in der Fernsehgeschichte. Es wird unsere Sehgewohnheiten verändern. Wir wollen die Zuseher wegführen vom Zapping, hin zu gezieltem Hinsehen. So wie wir im Netz gezielt surfen, so sollen wir uns auch unsere Fernsehinhalte nach unseren eigenen Wünschen auswählen. Es wird möglich sein, einen Film mit einem Klick auszuwählen und ihn sich anzuschauen. Werbung kann herausgefiltert werden.

Der Nutzer will das Allerneueste sofort. Dies in besserer Qualität und in hoher Geschwindigkeit. Cablecom will diese Wünsche erfüllen und sieht hier glänzende Perspektiven. Für die Nutzung von Video on Demand zeigt die Kurve daher in den USA steil nach oben.

Wenn man sich Herausforderungen stelle, könnten Fehler passieren. Zu diesen müsse man dann stehen. Cablecom (Schweizer Tochtergesellschaft von Liberty Global) habe die Herausforderungen zu Innovationen immer aktiv gesucht. Dies gelte auch für den Kundendienst. In Holland habe das Unternehmen Preise dafür erhalten. Das müsse auch für die Kundenbetreuung in der Schweiz der Massstab sein.

Aus zwei guten Netzen ein sehr gutes gemacht

21.10.2008

 

Emin Gurdenli, Technology Director, T-Mobile UK

Emin Gurdenli

Emin Gurdenli

Emin Gurdenli ist seit 20 Jahren im Mobilfunk-Business und muss es wissen. Das Joint Venture zwischen T-Mobile UK und 3G ist über die Bühne gegangen und es ist laut Gurdenli auf bestem Weg. Networksharing, die gemeinsame Netzwerk-Nutzung der beiden Anbieter ist für ihn der entscheidende Erfolgsfaktor für die 50:50-Joint Venture-Kooperation von T-mobile und 3G.

Es gehe dabei aber nicht nur um Kostenersparnisse, sondern in erster Linie um Kundenzufriedenheit. Will heissen: Eine bessere Abdeckung,  die nota bene 2 Milliarden Pfund kostet.

Man habe mit den Netzen von T-mobile und 3G aus zwei guten ein sehr gutes Netz gemacht und verfüge nun über eine Abdeckung von 98% und, so Gurdenli, „the price for users is fantastic“.  Gross seien unter diesen Bedingungen die Chancen für Innovationen.  Ja, die kommerziellen und rechtlichen Hürden seien beträchtlich gewesen. Dennoch versteht sich Gurdenli als überzeugter Vertreter des Netsharings: „Je mehr man teilt, desto mehr holt man raus und desto grösser werden die Chancen“.  Durch die Überlappung von gemeinsamer Infrastruktur konnten 5000 Antennen ausser Betrieb genommen werden.

Jetzt steht die Maximierung der Infrastruktur auf dem gemeinsamen Plan. Ansonsten treten die beiden Anbieter weiterhin als Wettbewerber im Markt gegeneinander an.

 

„Wir müssen die Netze beherrschen und nicht umgekehrt“

21.10.2008

 

Bundesrat Moritz Leuenberger
Eidgenössisches Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation, UVEK

 

Eine kleine Netz-Geschichte hilft dem Bundesrat, seine Botschaften bildhaft darzustellen:

Da war die Pfahlbauerfamilie Pfahli am Bielersee und die hatte ein Problem. Fing Pfahli doch plötzlich keine Fische mehr, weil die Konkurrenzfischer aus dem Murtensee alles aus dem See abzockten, was den Pfahlbauer und seine Familie am Leben hielt. Doch die Götter halfen. Und zwar in Gestalt einer aufgehenden Sonne (Sunrise erwachte) und zwar in göttlichem Orange. Dahinter erhob sich ein grosser grauer Swisscom-Gott. Die drei verhalfen ihm zu einem Netz, mit dem der gute Pfahli zehn prächtige Fische angelte. Die Familie wurde wieder satt. Vorerst. Und sie besuchten eine Versammlung des Pfahlbauerrates, wo man sich fragte: Wie viele Netze braucht der Mensch?

Menschen, so der Bundesrat weiter, seien soziale Wesen, die sich in sozialen Netzen organisieren, sich dort bewegen, sogar ernähren. Denn: In der Einsamkeit können sie sich nicht entwickeln. Der Drang nach Vernetzung – ebenso wie jener nach Mobilität – sei oft ungestüm. Der Mensch dränge dabei stets auf Gleichbehandlung. Aber leider: unendlich viele Netze sind zu viel, sind nicht realistisch. Was also gibt es für den Staat hier zu tun?

Zunächst müsse dieser dafür sorgen, dass Netze überhaupt vorhanden sind und funktionieren. Monopole seien zu vermeiden. Indes: Ab einer bestimmten wirtschaftlichen Investitionsgrösse kommt eben nur der Staat für die Finanzierung und Verwaltung in Frage. Beispiel NEAT.

Wie geht es nun in der Glasfasertechnologie weiter? Die Gesellschaften, so Leuenberger, müssten sich einigen. Vielleicht durch den vorliegenden Vorschlag, dass einer bohrt und ein anderer ihm für die Nutzung ein Entgelt zahlt.  Wichtig sei dabei erstens die Versorgungssicherheit (alle Gegenden sollen denselben Zugang zu den Netzen erhalten; Bsp.: Breitband in Alpentälern), zweitens die Versorgungsgerechtigkeit, z.B. auch für Behinderte, sowie drittens die Netzsicherheit (diese muss nicht nur funktionieren sondern darf niemanden gefährden und der Cyber-Kriminalität entgegentreten).

„Wir müssen die Netze beherrschen und nicht umgekehrt“. Müssen die Menschen also vor sich selber geschützt werden? Verändern die neuen Kommunikationsmöglichkeiten die Menschen? Vieles habe sich geändert, sei globaler geworden und doch: Voyeurismus, Exhibitionsmus und Lynchjustiz gab es schon immer.

Es gehe nicht darum, die Nutzung zu reglementieren, vielmehr darum, einen qualifizierten Umgang mit den neuen Medien zu erreichen.

Nicht nur Pfahli hatte von Sunrise, Orange und Swisscom sein erstes Netz erhalten. Der Bieler See war in der Folge darum bald überfischt. Pfahli klagte den Göttern: „Ich will jetzt ein grösseres Netz haben, so gross wie der See!“ Da sackte ein riesiges Netz auf ihn herab. In diesem verstrickte er sich. Und die drei Götter? Die waren schon privatisiert und meinten dazu: „Da musst du den Staat fragen.“ Ob Pfahli noch lebt, wissen wir nicht. Anders sei es mit den drei Göttern, schliesst der Bundesrat: Diesen wird immer geholfen.

PS:  Heute Nachmittag hat Moritz Leuenberger ein Meeting mit Michael T. Fries, Chef von Liberty Global (Eigentümer von Cablecom). Davon heute leider kein Blog-Beitrag, da das Meeting nicht hier in Biel auf dem Parkett stattfindet. Schade eigentlich.

Networksharing – outsourcing – leasing

21.10.2008

Fredrik Jejdling

Vice President, Head of Finance Business Unit Global, Erissson AB Sweden

 

Fredrik Jejdling

Fredrik Jejdling

Wo macht es Sinn, eigene Infrastrukturen aufzubauen und wo macht es Sinn, Partnerschaften einzugehen? Fredrik Jejding zeigt Faktoren auf, die diesen Überlegungen zu Grunde liegen.

 

Gemeinsam genutzte Infrastrukturen machen vor allem in ländlichen Gebieten sinn. Dort ist das Potential für Einsparunge besonders hoch. Wichtig ist bei solchen Zusammenarbeiten, dass sich die Ziele, die Interessen der beteiligten der Partner vereinbaren lassen. Die Partnerschaften zu regeln ist komplex. Wichtig ist es auch, künftige Ziele im Auge zu behalten. Die Partner müssen bereits wissen, wo sie dereinst stehen wollen. Wie sie sich als Anbieter positionieren wollen.

Jejdlling zeigt Beispiele von gelungenen Kooperationsmodellen. Sie können nicht beliebig kopiert werden. Jejdling gibt zu bedenken: «Es sind viele Absprachen notwendig, wenn gemeinsam investiert wird, wenn Netze zusammengelegt werden. Diese Verhandlungen sind sehr komplex. Wenn man zu sehr ins Detail gehen muss, verliert man sich darin.

Quotes aus der Panel-Diskussion

21.10.2008

Klaus von den Hoff, Director Global Time Practice, Arthur D. Little:  Ich halte wenig von funktionaler Trennung. Wozu diese Trennung, wenn der Markt spielt? Technologische Vielfalt gewichte ich hoch. Anbieter aber müssen investieren.

Forsyth: Man darf sich nicht ausschliesslich am Privatkunden orientieren. Die Bedürfnisse von Unternehmen dürfen nicht ausser Acht gelassen werden und führen zu anderen Lösungsansätzen.

Schloter: Auch in Italien sind wir klar gegen eine funktionale Trennung – entgegen Medienberichten. Innovation und Fortschritt sind wichtige Faktoren, die es für die Anbieter zu gewährleisten gilt.

Brand:  In Bezug auf Wettbewerb sind wir in der Schweiz Jahre hinter dem übrigen Europa zurück. Es macht keinen Sinn, vier Leitungen in jede Wohnung zu legen. Das sind führt zu einem überhöhten Investitionsniveau.

Lalande: Das Problem des alternativen Anbieters ist der gleichberechtigte Zugang zu Netzen (Equivalence of Input – EOI).

Schloter: Eine funktionale Trennung bedeutet einen schwerwiegenden Eingriff in den Markt. EOI ist auch für uns ein wichtiger Faktor. Wir setzen die Entbündelung sehr gut um und betrachten uns hier als Musterbeispiel in Europa.

Brand: Glasfaser wird Kupfer ablösen!

Messmer:  Ich sehe keinen Grund, warum nicht auch Swisscom – wie Sunrise oder Orange – unsere Glasfaser-Dienste in Anspruch nehmen sollte.

Schloter: Wir werden keine Haushalte doppelt anschliessen, an Duplizierungen sind wir nicht interessiert. Die Frage ist nur, welche Ebene für uns verwertbar ist und welche nicht.

Voting Nr. 1

21.10.2008

Voting nimmt Bezug auf die ersten Referate des Vormittags, Dienstag, 21. Oktober 2008)

Teilnahmemöglichkeit über den mobilen Blog (http://comdays.mobi)

Fragen:
Wäre es sinnvoll, auch in der Schweiz nur ein Netz zu haben (wie in Grossbritannien) statt wie heute mehrere Netzzugänge?

Votum für den Infrastrukturwettbewerb

21.10.2008

 

Carsten Schloter, CEO Swisscom

Carsten Schloter

Carsten Schloter

Die Erneuerung der Infrastruktur in der Telekommunikation wird teuer. Die Nachfrage für beträchtliche Bandbreiten steigt.  Vor allem vor diesem Hintergrund, so Carsten Schloter, gehe man bei Swisscom den Weg der Glasfasertechnologie. Kabelbetreiber stünden aufgrund des notwendigen Kapazitäts-Wachstums vor einer grossen Herausforderung resp. vor der Konsolidierung. Glasfaser sei es, die dem Markt künftig Wachstum bescheren wird und die Kommunikations-Nachfrage der Zukunft befriedigen kann. Der beste Weg dorthin führt für den Swisscom-CEO über den Infrastruktur-Wettbewerb.

Die Dynamik für Glasfaser-Innovationsbedarf ist riesig. Und diese tätige man bei Swisscom. Während man in Grossbritannien (ein funktional getrennter Markt) pro Haushalt 51 Franken investiere, seien dies in der Schweiz durch Swisscom derzeit über 120 Franken.

 

ewz – Herausforderer im Glasfaserwettbewerb

21.10.2008

Peter Messmann, Leiter Telecom Elektrizitätswerke Zürich (ewz)

 

Peter Messmann

Peter Messmann

Der Wettbewerb soll auf der Dienste-Ebene stattfinden und nicht auf Ebene Infrastruktur. Der Weg der Daten von der Zentrale zum einzelnen Haushalt wird durch den Infrastruktur-Wettbewerb unnötig kompliziert. Als Beispiel nennt Peter Messmann die drei parallelen Mobilfunknetze verschiedener Anbieter, die alle das selbe können. Dem Endkunden wäre besser gedient, wenn die Mittel in innovative Dienste fliessen könnten. Eine Glasfaser pro Haushalt genügt, sie befriedigt die Bedürfnisse. Der Wettbewerb auf Service-Ebene führt zu vielseitigem Service-Angebot.
Die EWZ Zürich wollen die Datenautobahn bauen und sie den Service-Anbietern zu gleichen Bedingungen zur Verfügung stellen (Open Access). Eine Vision, die noch vor kurzem utopisch schien, jetzt in greifbare Nähe rückt. Bereits jetzt können die ewz Übertragungsraten von 1 GB/Sekunde in Aussicht stellen. Wichtig: Wer die Infrastruktur aufbaut, soll keine eigenen höherwertigen Dienste anbieten. «Wir konkurrieren die Nutzer unserer Infrastruktur nicht», so Peter Messmann.

Infrastrukturwettbewerb in Frankreich

21.10.2008

Richard Lalande

Richard Lalande

Richard Lalande, Directeur Général Adjoint SFR

Christine Maier kündigte an,  dass sich Richard Lalande gegen die funktionelle Trennung aussprechen würde. Dies kann in dieser Bestimmtheit nicht gesagt werden. In Frankreich nutzen France Télécom und konkurrierenden Anbieter die Infrastruktur gemeinsam. Vorteil davon sind tiefe Kosten für die Nutzer.

Die funktionelle Trennung erlaubt es, einige Probleme zu lösen. Die gemeinsame Nutzung der Infrastruktur erlaubt es, die Kosten tief zu halten. So rechnet er vor, dass in den Ausbau des Glasfasernetzes von France Télécom in den nächsten Jahren zehn Milliarden Euro investiert wird. Würden die Anbieter eigene Infrastrukturen aufbauen, käme die selbe Abdeckung auf vierzig Milliarden Franken zu stehen.

Wieso BT die funktionale Trennung begrüsst

21.10.2008

Grant Forsyth, Vice President, Global Interconnection & Regulation, British Telecom

Grant Forsyth

Grant Forsyth

Ein ehemaliges Monopol-Unternehmen wie British Telecom weint den alten, wettbewerbsfreien Zeiten nach, könnte man meinen. Weit gefehlt.  Grant Forsyth zeigt sich hoch zufrieden mit der Entwicklung von BT seit Öffnung des britischen Telco-Marktes und der funktionalen Trennung (Anm.: Trennung von Infrastruktur/physischer Elemente und Diensten).  

Wieso ist funktionelle Trennung so wichtig, wieso funktioniert sie bei BT? Letzlich, so Grant Forsyth profitiert der Nutzer vom Wettbewerb. Monopolstellungen, in vielen europäischen Ländern noch heute Realität, beinhalteten auch bei der ehemaligen BT die Gefahr der Markt- und Nutzungs-Diskriminierung.

Grant Forsyth ist überzeugt, dass all das aber nicht ohne eine wirksame Aufsicht geht. Er selbst ist Teil der Regulierungsbehörde und weiss wovon er spricht. Interessenskonflikte gehören zum Geschäft. Immerhin: 99,6% der britischen Bevölkerung ist heute an ein Breitbandnetz angeschlossen. BT  hat die funktionale Trennung nicht geschadet. Sie hat zu mehr Transparenz, mehr technologischer Sicherheit und mehr Investitionen geführt.

Funktionale Trennung ist notwendig

21.10.2008

Christoph Brand, CEO Sunrise

 

Christoph Brand

Christoph Brand

Funktionale Trennung führt zu volkswirtschaftlichem Wachstum durch mehr Wettbewerb, zufriedeneren Kunden durch tiefere Preise und mehr Innovation. Sie sorgt für Auflösung von Interessenskonflikten beim Incumbment und Minimierung der andauernden rechtlichen Konflikte. Und sie löst Interessenskonflikte beim Eigner, durch Möglichkeit der differenzierten Zielsetzung auf.
Um die Trennung zu veranschaulichen, macht er einen Vergleich: Die Strasse (Infrastruktur) wird von Logistikdiensten beansprucht, es verkehren Lastwagen darauf, diese transportieren Inhalte.
Vorschlag der Sunrise: Das physische Netz (die Strassen) in eine Tochtergesellschaft («Kabel- und Schacht AG») auslagern. Sie legt eine transparente Rechnung auf und bietet allen Marktteilnehmern ihre Leistungen zu den selben Tarifen an. So wie es die British Telecom in England praktiziert.

Wie viel Bandbreite brauchen wir?

21.10.2008

George Stromeyer, Vice President Service Provider Video Europe, Cisco

 

George Stromeyer

George Stromeyer

Er sei oft und gerne in der Schweiz und könne hier immer viel lernen. George Stromeyer (Cisco) hoffe, er könne den Schweizern ein wenig davon zurückgeben. Bei Cisco stehe man erst am Anfang, zu verstehen, wie die Aufteilung mobiler und stationärer Nutzung aussehen wird.
«Wie viel Bandbreite brauchen wir?» ist die Frage, die George Stromeyer aufwirft. Der Bedarf wird rasant wachsen. Dafür sorgen digitalisiserter Content (Video/Film/Sound/Daten/Voice) und Veränderung im Konsumentenverhalten (Communities of Content, Communitites of People, Personalization, Discovery). Content für TV, Film, Musik, Print wird noch höher auflösend angeboten und beansprucht entsprechend Kapazitäten. In sozialen Netzwerken werden vermehrt bewegte Bilder ausgetauscht.
Mittelfristig (2010) wird Video Content zum dominierenden Content, später wird Video-Kommunikation für den Transfer hoher Datenmengen sorgen. High Definition Content wird auch in Europa in kurzer Zeit vermehrt angeboten, da ist eine Welle im anrollen. Die Anzahl der HD Channels wird sich im Zwei-Jahres-Rhythmus verdoppeln. Die private Nutzung wird die Anforderungen an die Übertragungsraten markant und rasant erhöhen. Ohne Videonutzung wird sich die Datenmenge verdoppeln, mit Video vervierfachen.

Hans Stöckli: Herzlich willkommen

21.10.2008

Die siebten Comdays sind eröffnet. Der Bieler Stadtpräsident Hans Stöckli heisst 750 Teilnehmer der zweitägigen Veranstaltung herzlich willkommen. Zweisprachig, wie es sich für Biel/Bienne, die bilingue «Stadt der Kommunikation» gehört. Ungefähr zehn Prozent, aller Bieler Arbeitsplätze, so Hans Stöckli, sind der Kommunikation zuzuordnen.