Archive for the ‘Freitag 26.10.2007’ Category

Dank

26.10.2007

Marc Furrer dankt dem Team um Andreas Sutter für die Organisation der Kommunikationstage. Moderatorin Christine Maier hat ihr Wissen über Mobilfunk erweitert, die über 400 Teilnehmer nehmen neue Erkenntnisse und hoffentlich viel Inspiration mit nach Hause.

Schönes Wochenende und bis nächstes Jahr an den Comdays!
Ihre Konferenzblogger
Stefanie Widmer, Stefan Scherrer

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Bundeshaus und Augenzwinkern

26.10.2007

meury-thierry.jpglambiel-yann.jpgDas Komikerduo Yann Lambiel und Thierry Meuri schliesst die Comdays mit ihrer satirischen Darstellung „aus dem Bundeshaus“ ab. In einem fiktiven Interview imitieren sie die Bundesräte und nehmen deren Auftreten zünftig auf die Schippe. Doch die beiden Komödianten haben es nicht nur auf Politiker abgesehen; auch der Sänger Johnny Hallyday kriegt sein Fett weg.

Gilles Marchand

26.10.2007

Gilles MarchandDas Fernsehen versucht, sich der digitalen Welt anzupassen. So werden die besten Inhalte (Filme) der Web-Site moncinema.ch auf TSR ausgestrahlt und somit einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Das heisst, dass gelungener Content, von Amateuren produziert, seinen Weg in ein Medium findet, das bisher ausschliesslich von Profis gestaltet wurde.

Ein öffentlicher Sender muss für diese Interaktion offen sein und Inhalte auf mehreren Kanälen in mediengerechter Form bereitstellen. TSR zeigt Sendungen auch auf Web-Sites und veröffentlicht dazu persönliche Kommentare der Zuschauer. Wer auf diesem Weg die Nachrichten sucht, kann statt der gesamten Sendung einzelne Beiträge daraus anwählen.

Für TSR geht es darum, in der globalisierten, audiovisuellen Welt, vor allem der französischsprachigen Schweiz einen optimalen Service zu bieten. Die Eigenproduktionen betrachtet Gilles Marchand als eigentliches Kapital des Senders. Dieses gilt es zu verwerten und teilweise gar für längere Zeit zu erhalten.

Viel Neues aus dem Norden

26.10.2007

Melbye PoulViel früher als in der Schweiz haben Gratiszeitungen in Dänemark den Markteintritt gewagt. Drei nationale Blätter stehen den Leserinnen und Lesern täglich zu Verfügung. Die dänische Besonderheit ist, dass die Gratiszeitungen direkt nach Hause geliefert werden und nicht an Busstationen oder Bahnhöfen aufliegen. Dänemark war quasi das Versuchslabor der Gratiszeitungen und aus dem Norden sind auch weiterhin neue Trends zu erwarten.

Die Chance für die traditionellen Zeitungen

Aktualität gewinnt in unserer Gesellschaft immer mehr an Bedeutung. Im Internet erscheinen die Neuigkeiten meist zuerst. Poul Melbye, Director Research and Strategy beim Politiken (Anmerkung: Politiken ist eine dänische Zeitung) in Kopenhagen sieht in den neuen Medien viele Vorteile. Zeitungen publizieren die Artikel seiner Meinung nach viel zu spät, können keine Updates machen und sind in Herstellung und Vertrieb viel zu teuer. Melbye findet, dass die Medienlandschaft weitere Neuerungen brauche und sich die traditionellen Printmedien von der Gratiszeitung und dem Internet abheben sollten. Er verlangt von den Zeitungen, dass diese die neue Realität besser reflektieren. Auch am Layout und Design des Mediums sei noch Etliches zu verbessern. Melbyes Vision ist, dass die Zeitungen die bereits vorhandenen News erweitern und ihnen den nötigen journalistischen Feinschliff verabreichen – so würde sich der journalistische Beitrag in der Zeitung deutlich von am Vortag erschienenen Artikel auf einer Newsseite im Web abheben. Am nächsten Tag können die Leser besser recherchierte Artikel in der Zeitung geniessen und diese in aller Ruhe lesen, ganz anders als auf einer Internetnews-Seite.

Das Ende der Zeitung?

26.10.2007

Beat LauberWenn von Zeitung gesprochen wird, ist damit die auf Papier gedruckte Ausgabe gemeint? Die Marke, der Titel wird in Zukunft nicht mehr an einem Medium haften. Als Produkt wird zunehmend der Inhalt verstanden und nicht mehr ihr Träger. Über welche Kanäle Content verbreitet wird, richtet sich nach den Bedürfnissen der Leser und Nutzer. Die Informationen werden zentral abgelegt und den Bedürfnissen der Nutzer entsprechend verteilt oder zugänglich gemacht. Die klassische Zeitung bleibt (unter vielen anderen) einer dieser Kanäle.

Die Auflagen der klassischen Zeitungen sinken über einen längeren Zeitraum gesehen langsam, aber kontinuierlich. Die Printmedien verlieren Marktanteile. Konsequenz: Die Geschäftsmodelle müssen erneuert werden. Die Abläufe im Zusammenspiel von Zeitung, Werbemarkt und Lesermarkt verändern sich. Mit den neuen Konzepten erwächst die Gefahr, dass die Qualität vernachlässigt wird.

Dennoch, die Chancen überwiegen. Neue Nutzersegmente können erschlossen werden. Die Geschäftsmodelle richten sich noch stärker nach starken Marken. Die Informationsfunktion für das politische System, die Gesellschaft, das ökonomische System und das Individuum wird bedeutend bleiben. Der Einzelne bedient sich aus dem Angebot oder er lässt sich bedienen. Die Medien werden um seine Zeit, seine Aufmerksamkeit kämpfen. Deshalb schliesst Beat Lauber: Die Killerapplikation heisst «Mensch.»

Auch im Zeitalter von Blogs: Journalisten verpflichten sich zur Wahrheit

26.10.2007

Sylvia Egli von MattJournalisten seien professionelle Beobachter und sollten sich zur Wahrheit verpflichten, fordert Sylvia Egli von Matt, Direktorin des Medienausbildungszentrums in Luzern. Sie versteht Journalismus als Realitätbeobachtung und eine Abgrenzung zu Public Relations sei unabdingbar. Die Direktorin des MAZ stellt sich jedoch die Frage, ob diese Vorstellung über den Journalismus tatsächlich eine Zukunft habe, denn die Gesellschaft habe sich an das neue Medienzeitalter gewöhnt. Braucht es daher die klassischen Journalisten noch oder machen Blogger die Medienschaffenden in den Zeitungen überflüssig?

Die Referentin ist überzeugt, dass neue Medien lediglich eine Ergänzung zum traditionellen Journalismus darstellen und die Journalisten von Bloggern sogar lernen können. Auch künftig werden gute Geschichten im Zentrum der Medien stehen und Egli von Matt wünscht sich die Zukunft des Journalismus folgendermassen: Journalisten denken multimedial, investieren in den Dialog mit Lesern und Nutzern, kreieren neue Formen in der Geschichtenerzählung oder verstärken den Lokalteil als „google-verschonte“ Nische.

Online-Zeitungen: zusätzliches Potential

26.10.2007

Rainer KellerhalsMicrosoft ist kein Medienunternehmen, aber deren Technologiepartner. Das Nutzerverhalten hat sich verändert. Zeitungen erreichen ihre Leser auch am Bildschirm, Blogs lösen Leserbriefe ab.

Eine Vielzahl von Formaten, mehr Kanäle. Microsoft bietet die technischen Lösungen, nicht nur in Bezug auf Software. Ziel ist es, die Plattformen zu verbinden. Im Zusammenspiel zwischen Geräten, Software und Diensten entwickeln sich neue Geschäftsfelder. Die meisten Dienste sind werbefinanziert und für den Nutzer kostenfrei. Die Kreation von Inhalten soll finanziell interessant bleiben und verdient einen hohen Stellenwert. Genutzt werden die verschiedenen Medien in unterschiedlichen Umgebungen. Dies wird den Content prägen, wenn er sich am Nutzer orientiert.

Digital Publishing

Verlage betreiben Web-Sites, die einiges Geld kosten und dennoch wenig genutzt werden. Die Aufmerksamkeit kann mit Push-Diensten erhöht werden. RSS-Feeds erlauben das Ablegen im Speicher über die Tagesaktualität hinaus. Werbeinhalte können im Zusammenhang mit den Inhalten platziert werden. Die Möglichkeiten für effiziente Suchfunktionen in Inhalten und Verlinkungen können noch stark verbessert werden. Der Austausch zwischen den Lesern findet noch fast nicht statt. Dort liegt für Entwicklungen und Geschäftsideen noch einiges Potential.

Google sieht die Zukunft im mobilen Bereich

26.10.2007

Andreas SchoenenbergerHeute werde ich nicht über die Strategie Googles im Medienbereich sprechen“, leitet Dr. Andreas Schönenberger, Country Manager Google Switzerland, seine Rede ein. Er informiert, dass sich das Unternehmen keinesfalls als Medienhaus sehe, daher seien solche Strategien nicht von Bedeutung. Schönenberger erinnert an den Gründungsgedanken von Google; Informationen im Web sollen universal und einfach vermittelt werden. Doch wo sieht Google heute die Herausforderung? „Der User will möglichst schnell auf seine Informationen zugreifen können“, erkennt Schönenberger. Basierend auf dieser Erkenntnis werde die Suchmaschine weiter optimiert. Künftig sollen die Suchergebnisse nur noch die Informationen enthalten, welche für die einzelnen User relevant sind. Zusätzlich verspricht Schönenberger, verbesserte Übersetzungsprogramme anzubieten. Grosses Potential sehe Google im mobilen Bereich, verrät Schönenberger. Der Zugriff mit Handys auf das Internet müsse daher noch verbessert werden. Die Informationen sollen schneller und mit weniger Clicks zum User gelangen.

Thema durch Blog vertiefen

26.10.2007

Bruno GiussaniAm Beispiel von BondyBlog.fr zeigt Bruno Giussani auf, wie ein Thema im Gespräch bleiben kann. Über die Unruhen in den Pariser Banlieus wurde damals aktuell berichtet. Einige Tage, eine Woche, selten mehr.

BondyBlog richtete sich in der Banlieue ein und berichtet über das Umfeld, in dem die Unruhen entstanden sind. Bewohner, Politiker, Immigranten und viele mehr kamen zu Wort, wurden portraitiert, erhielten eine Stimme. Diese Berichterstattung (und seine breite Beachtung) führte dazu, dass das Thema den Weg zurück in die klassischen Medien fand. BondyBlog und L’Hebdo arbeiten nun eng zusammen. Und nicht zuletzt erlangte das Thema im Wahlkampf zwischen Ségolène Royal und Nicolas Sarkozy grosse Bedeutung.

Bruno Giussanis Fazit ist deshalb, dass Journalismus und Blogging sich nicht konkurrenzieren, sondern ergänzen.

Die diesjährigen Parlamentswahlen: blogandbreakfast.ch schlief bei den Kandidaten zu Hause (140 Nächte). 22 Wochen lang begleiteten die Blogger Kandidaten in ihrem Alltag. Was sind das für Menschen, die in der Schweiz die Politik prägen? Vom ausgereiften Interview, echten News, Portraits, Bildern und Filmen bietet der Blog auf verschiedensten Wegen Zugang zu Politikern. Diese spannende Art von Live-Journalismus (Text/Foto/Film) bedingt nicht mehr technische Ausrüstung (Wert ca. Fr. 4000.–) als in jedem Rucksack Platz findet.

Wer lebt im Blog-Land?

26.10.2007

Prof. Miriam MeckelWollen Sie wissen, was es mit der Blogosphäre auf sich hat? Professorin Miriam Meckel, Direktorin des Institut für Medien- und Kommunikations-Management an der Universität St. Gallen, klärt darüber auf. Meckel schlägt dem Publikum der Comdays vor, sich Web 2.0 als Landschaft vorzustellen. Die verschiedenen Länder wären beispielsweise YouTube- oder MySpace-Land. Im Blogland – der Blogosphäre –  entstehen immer mehr Blogs.  Laut Meckel kommen pro Tag 120’000 neue Journale im Web dazu, die Hälfte davon verschwindet jedoch nach einiger Zeit. Am eifrigsten werde auf Englisch gebloggt, so Meckel. Erstaunt ist die Professorin der Medien- und Kommunikationswissenschaften darüber, dass die japanische Sprache auf dem zweiten Platz folgt.

Jeder, der will, kann sich am Bloggen beteiligen

Miriam Meckel leitet aus Daten einer Umfrage ab, dass sich die Blogger entgegen vieler Annahmen nicht als Journalisten sehen.  „Jeder, der will, kann sich an dieser Art der Kommunikation beteiligen“, so Meckel. Partizipation, Transparenz und Vernetzung seien die Schlagwörter. Alle können an der Aktivität teilnehmen, sei es durch das Verfassen eines Artikels oder durch Feedback. Ausserdem ist ersichtlich, wer die Beiträge verfasst und die User sind in Kontakt untereindander. „Die Inhalte der Blogs lassen sich nur schwer kontrollieren und Zensur ist nahezu unmöglich“, zeigt Meckel auf. Anhand eines Beispiels erläutert sie die Macht der Blogger. Da hat sich ein Blogger gedacht, er veröffentliche den Code, um die Kopiersperre auf DVDs zu knacken. Zahlreiche User besuchten die Seite und die Filmindustrie ahnte das Ausmass. Die Blogger wurden aufgefordert,  den Beitrag zu löschen. Die Blogger liessen sich auch durch drohende rechtliche Folgen nicht einschüchtern und zwangen die Filmbosse beinahe in die Knie – die Macht der Blogger scheint unkontrollierbar.

Grenze Blogging/Journalismus?

26.10.2007

David PogueNach seinem gestrigen, poprockig rasanten Konzertauftritt ist David Pogue heute lediglich mit Notebook und Wasserglas «bewaffnet.» Gleich zu Beginn testet er die Simultanübersetzung. Auch dies auf humoristische Art.

Wo ist die Grenze zwischen Blogging und Journalismus?

Grundsätzlich agiert der Konsument als Produzent (Web 2.0). Pogue ist sichtlich beeindruckt, dass die YouTube-Gründer nach nur einem Jahr ihre Firma für 1.7 Milliarden Dollar an Google verkauften.

Jede Minute werden 75 neue Blogs eingerichtet. Viele werden eingerichtet und nur einmal angeschaut: «Does ist work? And then, never again.»

Blogs geben jedem eine Stimme und geben Firmen ein Gesicht. Pogue unterscheidet zwischen zwei Blog-Sphären: Dem persönlichen, privaten Blog und dem kommerziellen Blog. Letzterer dient dazu, Geld zu verdienen (hauptsächlich über Werbeeinnahmen).

When Blogs Break News: Einige der meist prägendsten Themen in den USA wären ohne Blogs nicht zum Thema geworden. Blogger haben beispielsweise aufgedeckt, dass auf CBS (Dan Rather) gezeigte Dokumente (sie betrafen Präsident Bush Senior) gar nicht in der fraglichen Zeit entstanden sein konnten, weil der betreffende Schriftschnitt im Jahr 1972 so noch nicht exisiterte.

Blog-Ethik

Vorteile des Blogs sind seine Schnelligkeit, auch die der eintreffenden Reaktionen. Blogger sind keinem Verleger verpflichtet, keine Kollegen, keine Korrektoren nehmen auf die Einträge Einfluss. Sie sind aber beeinflussbar. Wer lehnt ein Nachtessen mit einem Hersteller ab, über dessen Produkte er Kritiken verfasst? Journalisten sind da in der Regel vorsichtiger als Blogger. Das Medium verschafft auch einem destruktiven Journalismus Vorschub und fordert seine Opfer. Unüberlegte Falschmeldungen können für einzelne Personen verheerende Folgen haben, wie z.B. Morddrohungen. Wenn die Lawine losgetreten ist, kann sie nicht mehr gebremst werden. Nicht nur das Leben einzelner Personen kann so dramatische, unangenehme Veränderungen erfahren. Auch Firmen und deren und Dienstleistungen Produkte werden mit Falschmeldungen diskreditiert. Wird ein Lebensmittel als krebsfördernd bezeichnet, kann diese Information und deren Verbreitung nicht mehr gestoppt werden. Verkäufe brechen ein, Aktienkurse stürzen ab.

Welche Informationen sind korrekt? Die Vertrauenswürdigkeit der Quelle ist unklar. Bewertungssysteme sind der Versuch, die Qualität der Information schnell erkennbar zu machen. Der Weisheit letzter Schluss sind die bestehenden Systeme noch nicht.