Posts Tagged ‘Donnerstag 25.10.2007’

Fragerunde

25.10.2007

Die UEFA verteidigt bekanntlich ihre Rechte konsequent. Die Frage nach einem allfälligen Imageverlust beantwortet Martin Kallen so: Einen grossen Teil unserer Einnahmen erzielen wir über die Medien. Da ist es nichts als nachvollziehbar, dass wir unsere Rechte verteidigen. Die Struktur der Rechte ist sehr komplex.

Professor Torsten J. Gerpott plädiert dafür, die bereits bestehenden Medien sinnvoll zu nützen. Das Potential für sinnvolle Inhalte ist oft noch wenig genützt.

Oyvind Solstad berichtet auf die Frage nach dem künftigen Sprachgebrauch im Net, dass Fragen in Foren, wenn sie beispielsweise in norwegisch gestellt werden, nicht immer beantwortet werden. Formuliert der Fragende das Selbe in englisch, ist seine Erfolgschance höher. Für wenig verbreitete Sprachen sieht er aber keine Gefahr, im Gegenteil. In diesen tauschen sich Surfer teilweise in speziellen Foren aus. Die seien eine gute Sache und hätten Zukunft.

Hans-Peter Rohner beobachtet, dass im Kommunikationsmarkt immer mehr Spieler auf das Feld kommen. Das Spiel wird so komplexer, aber auch umso interessanter.

Gemeinsamkeit von Elvis und mobilem Fernsehen

25.10.2007

solstadoyvind.jpg„In den 60ern führte mein Vater meine Mutter aus und sie sahen sich einen Film von Elvis an. Doch der Plan meines Vaters schlug fehl, denn meine Mutter hatte nur Augen für Elvis“, beginnt Oyvind Solstad, Technology advisor, NRK-Norwegian Broadcasting, Oslo. Doch weshalb die Geschichte mit Elvis???? Solstad erklärt, dass er Elvis mit Revolution und Jugend verbinde. Und mit dieser Metapher schlägt er die Brücke zur modernen Medienlandschaft. Alles verändere sich und fast täglich würden wir mit neuen Medien konfrontiert. Besonders wichtig für die Entwicklung seien junge Leute zwischen 18 und 31 Jahren, fügt der Redner an. Eine Studie aus Norwegen ergab, dass die untersuchte Zielgruppe durchschnittlich 2,5 Stunden pro Tag fern sieht. Doch nicht nur der traditionelle Fernsehapparat unterhält die Jugend sondern auch das Handy oder der PC. Solstad zeigt witzige Kurzfilme, die auf youTube veröffentlicht wurden – nur eine von vielen Varianten, wie sich Konsumenten die Zeit vertreiben. Solstad sieht bei den neuen Medien wie YouTube oder mySpace eine besondere Neuerung. Der Dialog mit den Usern könne angeregt werden, denn die Nutzer schreiben Kommentare und Meldungen zu den Filmausschnitten. Die Beteiligung in den Foren der genannten Plattformen sei in Europa besonders hoch. Für Solstad ist es logisch, dass in diese Technologien stärker investiert werden müsse.

Zeit und soziale Beziehungen

25.10.2007

Stefania BroadbentLifestyle und Mediennutzung: Um Entwicklungen sinnvoll vorantreiben zu können, müssen wir den Menschen von heute verstehen.

Teenager beispielsweise nutzen untereinander vor allem Instant Messaging. Mit Erwachsenen und Institutionen tauschen sie sich per E-Mail aus. In der kommunikativen Tagesstruktur zeigen Väter und Teenager verblüffend ähnliche Abläufe. Diejenige der Mütter unterscheidet sich hingegen markant. Schule, Nachbarn, Freunde, Ausgang, Internet, Services und vieles mehr – drei Viertel der Kommunikation geschieht im engsten persönlichen Zirkel. Stefania Broadbent stellt fest, dass durch die neuen Medien immer mehr private Nachrichten den Weg in den Berufsalltag finden.

Medien Zielsetzungen der UEFA

25.10.2007

Martin KallenFussballspiele sollen von möglichst Allen angeschaut werden können. Kommerzielle Rechteverwertung sei nicht das zentrale Thema. Martin Kallen betont: «Nur wenn die Rechte unserer Partner geschützt sind, sind sie bereit in den Fussball zu investieren.»

Public Viewing wird in Österreich und der Schweiz ein grosses Thema, das wird ein Riesenerfolg: «Das kann ich Ihnen garantieren.»

Für die Web-Site der UEFA arbeiten 120 bis 130 Personen. Sie ist und wird noch zunehmend die neue Plattform für Zusatzeinnahmen. Jeder Nutzer soll sich seine eigene Euro08-Web-Site zusammenstellen.

Mobile Services: Die WM 2006 hat gezeigt, dass Top-Events ein guter Einstieg in neue Services sind. Die Grossveranstaltung löste hohe Peak-Werte aus. Diese flachten nach der Veranstaltung leicht ab, blieben aber deutlich höher als vor der WM. TV-Sender sehen Mobile Rechte als komplementär und nicht länger als grosse Konkurrenz für Live-Übertragungen an.

Schweizer geben viel für Werbung aus

25.10.2007

rohnerhanspeter.jpg„Wie viele Werbekontakte haben Sie heute über sich ergehen lassen?“, fragt Hans-Peter Rohner, CEO PubliGroupe AG, die Besucher der Comdays. Er selbst schätzt die Zahl um elf Uhr auf ungefähr 170. Rohner spricht der Werbung eine grosse Verantwortung zu, denn Vieles werde gratis und die Werbung solle den Verlust ausgleichen. Tatsächlich investieren Schweizer Unternehmen laut Rohner fast 7 Milliarden Euro pro Jahr in Werbung.

Die Verbraucher werden immer wählerischer

Das Angebot an Werbebotschaften ist sehr gross und die Konkurrenz schläft nicht. Um die Bedürfnisse der Konsumenten zu befriedigen, schlägt Rohner vor, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. Es müsse nach neuen Gesamtlösungen gesucht werden. „Von anonymer zu hochgezielter Werbung“, schlägt der CEO der PubliGroupe AG vor. Als Trend-Setter gelte der User generated Content. Als Beispiel nennt Rohner die Chips-Marke Doritos, welche einen Wettbewerb lancierte, wobei die Gewinner die Werbung für die Chipsmarke produzieren durften. Rohner wagt eine Prognose bis 2015: “ Information, Content, Service und Werbung werden zu etwas Neuem zusammen wachsen, das bis jetzt noch keinen Namen hat“.

Geschäftsinnovationen: Die Konvergenz soll es richten

25.10.2007

gerpotttorsten.jpgWie kann der Datentransfer innerhalb eines Unternehmens verbessert werden? „Die Konvergenz soll es richten“, fordert Professor Torsten J. Gerpott (Mercator School of Management, Universität Duisburg). Die klassische Aufteilung in Festnetz, Mobilfunk und allgemeinen Datentransfer dürfte laut Gerpott der Vergangenheit angehören. Ein Unternehmen profitiere vor allem, wenn die Daten auf ein mobiles Endgerät übertragen werden können – dies sei die Zukunft aber auch schon die Gegenwart. Der Fortschritt werde den Usern sowie den Anbietern nicht einfach in den Schoss fallen, sondern es müsse viel investiert werden.

Heute sind die Nutzer in der Kontrollposition

25.10.2007

ryan-thomas-v.jpg„Vor sieben Jahren kontrollierte die Musikindustrie das Ausmass des Musikvertriebs. Heute sind die Nutzer in der Kontrollposition“, kommentiert Tomas V. Ryan, Entrepreneur-in-Residence, Bessemer Venture Partners Former Global Senior Vice President of Digital and Mobile Strategy EMI, New-York. Die Musikindustrie müsse den illegalen Downloads trotzen und versuchen, neue Einnahmequellen zu schaffen. „Heute können die Jugendlichen nicht mehr ohne Musik leben“, so Ryan. Dies sei eine Möglichkeit für die Musikindustrie, neue Absatzmöglichkeiten zu gewinnen. Grosses Potential sieht Ryan in der Schaffung von digitalen Plattformen, denn so könnten die User mit den Anbietern kommunizieren. Die Anbieter wiederum erkennen die Ansprüche der Nutzer und können diese bereitstellen – die User übernehmen also gewissermassen einen kreativen Part.

Die EU und die digitale Medienwirtschaft

25.10.2007

Viviane RedingViviane Reding bedauert, dass sie nicht persönlich nach Biel reisen konnte: „Ich bin über den Weg der Technologie bei Ihnen“.

Kreative Inhalte werden zunehmend digital verbreitet. Europa ist in mobiler Technologie führend. Die EU will dazu beitragen, diese Stellung verteidigen zu können oder den Vorsprung gar auszubauen.

2008 ist das Jahr, in dem mobiles Fernsehen den Durchbruch schaffen kann. Dafür müssen flächendeckend Netze zur Verfügung stehen (DVD-H). die Rahmenbedingungen müssen Innovations- und Investitionsfreundlich gestaltet werden. Die Bereitstellung der nötigen Frequenzen darf keine Verzögerungen aufweisen.

Für den Schutz Minderjähriger braucht es einen starken Gesetzgeber. Die EU verfolgt dieses Ziel mit dem Programm «Safer Internet». Der Rhythmus der Entwicklungen ist hoch, der Gesetzgeber muss Entwicklungen bereits im Voraus antizipieren.

Der Wahrheit ist es egal, in welchem Medium sie transportiert wird

25.10.2007

Moritz Leuenberger, Vorsteher UVEKAnfängliche Schwierigkeiten mit dem Mini-Mikro können den Bundesrat nicht aus der Ruhe bringen. Leuenberger witzelt und wirft ein kritisches Auge auf die moderne Technologie. „In der guten alten Zeit reichte ein einfaches Mikrofon“, erinnert sich Leuenberger und scherzt, dass er nicht gerne etliche Kabel im Gesicht habe, wo er doch gerade frisch aus der Maske komme und geschminkt worden sei. Die Aufteilung des Programms der Bieler Kommunikationstage – neue Technologien am einen Tag, mediale Inhalte am anderen –  kommentiert der Medienminister mit etwas Ironie. „Das ist also die Prioritätenordnung der Organisatoren: Heute der Trend und morgen die Wahrheit“, merkt Leuenberger an. „Den Kommunikationsminister haben sie zu den Trends eingeladen und nicht zur Wahrheit“.

Das Email hat den Brief nicht verdrängt

Leuenberger wirft die Frage in den Raum, wie die neuen Kommunikationsmittel den Medienalltag prägen. Er weist darauf hin, dass die neuen Medien die etablierten Medien kaum verdrängen würden, vielmehr spricht er von einer Veränderung: „Das Email hat den Brief nicht verdrängt, ihm aber eine andere Bedeutung gegeben“. Der Vorsteher des UVEK erläutert, dass neue Medien die Nachrichtenübermittlung in manchen Belangen verbessert hätten. Leuenberger verweist auf den 2. Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg anno 1814: “ Die Friedensbotschaft kam ganz einfach zu spät an“. Die Nachricht aus dem belgischen Gent brauchte damals 20 Tage Fahrt über den Atlantik, um nach New Orléans zu gelangen…

Leuenberger fasst im Schlusswort  zusammen, dass das Bestreben nach Qualität und die Suche nach Wahrheit unabhängig von der Kommunikationsform sein sollen. „Der Wahrheit ist es egal, in welchem Medium sie transportiert wird“.

Begrüssung durch Moderatorin Christine Maier

25.10.2007

Christine MaierAn Marc Furrers einführende Worte anknüpfend bezeichnet sich Christine Maier als Suchende: «Ich werde hier viel lernen.»

Das Handy ist viel mehr als ein Telefon

25.10.2007

Marc Furrer, Präsident Bieler Kommunikationstage, Präsident ComComMarc Furrer begrüsst in Biel zu den 6. Kommunikationstagen und betont, dass die Veranstaltung keineswegs Routine geworden sei. Der Präsident der ComCom erklärt, dass Konvergenz auch heute wie vor sechs Jahren ein wichtiges Schlagwort sei. „Das Handy ist nicht nur ein Telefon(…) sondern auch eine Spiel- und Spasskonsole“. Furrer hofft, dass die Technologien den Menschen auch weiterhin dienen und das Leben nicht erschweren. Mit Ausblick auf die neuen Technologien eröffnet Furrer den Diskurs und wünscht den Anwesenden „gute Gespräche, interessante Referate aber auch etwas Spass“.