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Bundeshaus und Augenzwinkern

26.10.2007

meury-thierry.jpglambiel-yann.jpgDas Komikerduo Yann Lambiel und Thierry Meuri schliesst die Comdays mit ihrer satirischen Darstellung „aus dem Bundeshaus“ ab. In einem fiktiven Interview imitieren sie die Bundesräte und nehmen deren Auftreten zünftig auf die Schippe. Doch die beiden Komödianten haben es nicht nur auf Politiker abgesehen; auch der Sänger Johnny Hallyday kriegt sein Fett weg.

Viel Neues aus dem Norden

26.10.2007

Melbye PoulViel früher als in der Schweiz haben Gratiszeitungen in Dänemark den Markteintritt gewagt. Drei nationale Blätter stehen den Leserinnen und Lesern täglich zu Verfügung. Die dänische Besonderheit ist, dass die Gratiszeitungen direkt nach Hause geliefert werden und nicht an Busstationen oder Bahnhöfen aufliegen. Dänemark war quasi das Versuchslabor der Gratiszeitungen und aus dem Norden sind auch weiterhin neue Trends zu erwarten.

Die Chance für die traditionellen Zeitungen

Aktualität gewinnt in unserer Gesellschaft immer mehr an Bedeutung. Im Internet erscheinen die Neuigkeiten meist zuerst. Poul Melbye, Director Research and Strategy beim Politiken (Anmerkung: Politiken ist eine dänische Zeitung) in Kopenhagen sieht in den neuen Medien viele Vorteile. Zeitungen publizieren die Artikel seiner Meinung nach viel zu spät, können keine Updates machen und sind in Herstellung und Vertrieb viel zu teuer. Melbye findet, dass die Medienlandschaft weitere Neuerungen brauche und sich die traditionellen Printmedien von der Gratiszeitung und dem Internet abheben sollten. Er verlangt von den Zeitungen, dass diese die neue Realität besser reflektieren. Auch am Layout und Design des Mediums sei noch Etliches zu verbessern. Melbyes Vision ist, dass die Zeitungen die bereits vorhandenen News erweitern und ihnen den nötigen journalistischen Feinschliff verabreichen – so würde sich der journalistische Beitrag in der Zeitung deutlich von am Vortag erschienenen Artikel auf einer Newsseite im Web abheben. Am nächsten Tag können die Leser besser recherchierte Artikel in der Zeitung geniessen und diese in aller Ruhe lesen, ganz anders als auf einer Internetnews-Seite.

Auch im Zeitalter von Blogs: Journalisten verpflichten sich zur Wahrheit

26.10.2007

Sylvia Egli von MattJournalisten seien professionelle Beobachter und sollten sich zur Wahrheit verpflichten, fordert Sylvia Egli von Matt, Direktorin des Medienausbildungszentrums in Luzern. Sie versteht Journalismus als Realitätbeobachtung und eine Abgrenzung zu Public Relations sei unabdingbar. Die Direktorin des MAZ stellt sich jedoch die Frage, ob diese Vorstellung über den Journalismus tatsächlich eine Zukunft habe, denn die Gesellschaft habe sich an das neue Medienzeitalter gewöhnt. Braucht es daher die klassischen Journalisten noch oder machen Blogger die Medienschaffenden in den Zeitungen überflüssig?

Die Referentin ist überzeugt, dass neue Medien lediglich eine Ergänzung zum traditionellen Journalismus darstellen und die Journalisten von Bloggern sogar lernen können. Auch künftig werden gute Geschichten im Zentrum der Medien stehen und Egli von Matt wünscht sich die Zukunft des Journalismus folgendermassen: Journalisten denken multimedial, investieren in den Dialog mit Lesern und Nutzern, kreieren neue Formen in der Geschichtenerzählung oder verstärken den Lokalteil als „google-verschonte“ Nische.

Google sieht die Zukunft im mobilen Bereich

26.10.2007

Andreas SchoenenbergerHeute werde ich nicht über die Strategie Googles im Medienbereich sprechen“, leitet Dr. Andreas Schönenberger, Country Manager Google Switzerland, seine Rede ein. Er informiert, dass sich das Unternehmen keinesfalls als Medienhaus sehe, daher seien solche Strategien nicht von Bedeutung. Schönenberger erinnert an den Gründungsgedanken von Google; Informationen im Web sollen universal und einfach vermittelt werden. Doch wo sieht Google heute die Herausforderung? „Der User will möglichst schnell auf seine Informationen zugreifen können“, erkennt Schönenberger. Basierend auf dieser Erkenntnis werde die Suchmaschine weiter optimiert. Künftig sollen die Suchergebnisse nur noch die Informationen enthalten, welche für die einzelnen User relevant sind. Zusätzlich verspricht Schönenberger, verbesserte Übersetzungsprogramme anzubieten. Grosses Potential sehe Google im mobilen Bereich, verrät Schönenberger. Der Zugriff mit Handys auf das Internet müsse daher noch verbessert werden. Die Informationen sollen schneller und mit weniger Clicks zum User gelangen.

Wer lebt im Blog-Land?

26.10.2007

Prof. Miriam MeckelWollen Sie wissen, was es mit der Blogosphäre auf sich hat? Professorin Miriam Meckel, Direktorin des Institut für Medien- und Kommunikations-Management an der Universität St. Gallen, klärt darüber auf. Meckel schlägt dem Publikum der Comdays vor, sich Web 2.0 als Landschaft vorzustellen. Die verschiedenen Länder wären beispielsweise YouTube- oder MySpace-Land. Im Blogland – der Blogosphäre –  entstehen immer mehr Blogs.  Laut Meckel kommen pro Tag 120’000 neue Journale im Web dazu, die Hälfte davon verschwindet jedoch nach einiger Zeit. Am eifrigsten werde auf Englisch gebloggt, so Meckel. Erstaunt ist die Professorin der Medien- und Kommunikationswissenschaften darüber, dass die japanische Sprache auf dem zweiten Platz folgt.

Jeder, der will, kann sich am Bloggen beteiligen

Miriam Meckel leitet aus Daten einer Umfrage ab, dass sich die Blogger entgegen vieler Annahmen nicht als Journalisten sehen.  „Jeder, der will, kann sich an dieser Art der Kommunikation beteiligen“, so Meckel. Partizipation, Transparenz und Vernetzung seien die Schlagwörter. Alle können an der Aktivität teilnehmen, sei es durch das Verfassen eines Artikels oder durch Feedback. Ausserdem ist ersichtlich, wer die Beiträge verfasst und die User sind in Kontakt untereindander. „Die Inhalte der Blogs lassen sich nur schwer kontrollieren und Zensur ist nahezu unmöglich“, zeigt Meckel auf. Anhand eines Beispiels erläutert sie die Macht der Blogger. Da hat sich ein Blogger gedacht, er veröffentliche den Code, um die Kopiersperre auf DVDs zu knacken. Zahlreiche User besuchten die Seite und die Filmindustrie ahnte das Ausmass. Die Blogger wurden aufgefordert,  den Beitrag zu löschen. Die Blogger liessen sich auch durch drohende rechtliche Folgen nicht einschüchtern und zwangen die Filmbosse beinahe in die Knie – die Macht der Blogger scheint unkontrollierbar.

Die rasante Entwicklung des Handys

25.10.2007

Markus Ruoss„(…) ach ja, und telefonieren kann man damit auch noch“, beschreibt Markus Ruoss, Technologieexperte Privatradioverband und TeleSuisse, die rasante Entwicklung des Handys.

Doch was erwartet uns in der Zukunft? Welche Anwendungsmöglichkeit des Handys wird sich durchsetzen? Nach Ruoss könnte es bereits 2009 ein Satelliten-TV nur für das Mobiltelefon geben. Inhalte wie Musik und Videos, so genannte Contents, gewinnen ebenfalls immer mehr an Bedeutung. Ruoss ermahnt die Anbieter, auf eine Zugangsmonopolisierung der neuen Technologien, so wie damals mit SMS, zu verzichten. Der Redner wünscht weiter, dass die Mobilfunkbetreiber vermehrt auf Qualität der Inhalte setzen und nicht nur die Umsätze im Auge behalten. Ruoss hat errechnet, dass sich eine Mischung aus den neuen gebührenpflichtigen Inhalten und aus dem Altbewährten (Anm. Telefonie und SMS) am ehesten rentieren werde.

Diskriminierungsfreier Zugang zu DVB-H

25.10.2007

bucher-bruno.jpgBruno Bucher, CEO Mobile TV Schweiz AG, fordert einen diskriminierungsfreien Zugang auf die DVB-H-Plattform in der Schweiz. Die Konzession für Handy TV ging an die Swisscom Broadcast, aber Bucher will keine Beschwerde einreichen. Viel mehr will Bucher in die Zukunft schauen. Bucher fordert die Werbevermittler im Publikum auf, mit Mobile TV Schweiz AG zusammen zu arbeiten und das Projekt auszubauen.

Was will Sunrise?

25.10.2007

reich-alexandra.jpgAlexandra Reich, COO, Residental Customers Sunrise, sieht den Kern des Geschäfts in der Telefonie. Seit dem neuen Marktauftritt von Sunrise stehe die Einfachheit der Anwendungen im Vordergrund, Sunrise wolle die Bedürfnisse der User erkennen und die Preispläne danach richten. Ebenfalls wolle Sunrise mit den aktuellen Trends mithalten. Die Menschen wollten sich aktiv in die Medien einbringen und die Inhalte beeinflussen können. Ziel von Sunrise sei, die Daten aus dem Internet auf das mobile Endgerät zu bringen und dabei die Vorgabe der Einfachheit einzuhalten.

MobileTV – Do’s and Don’ts

25.10.2007

Karim TagaKarim Taga, Managing Director Arthur D. Little in Wien, glaubt daran, dass sich MobileTV in Europa weiter etablieren wird. Die Entwicklung dürfe jedoch nicht gestoppt werden, denn für die Übertragung von Grossevents seien die Anbieter und auch die mobilen Endgeräte noch nicht bereit. DVB-H werde sich durchsetzen, aber die Bereitstellung sei kosten- und zeitintensiv. Doch wie kann MobileTV  in der Schweiz so erfolgreich werden wie in Italien? Dazu gibt Taga den Marktteilnehmern einige Tipps. Wichtig sei, dass die Anbieter eine genügend grosse Auswahl an attraktiven Handys zum Verkauf anbieten und auch promoten. Zudem müsse das Programm der Anbieter vielseitig sein, wichitg seien Sport und Inhalte für Erwachsene.

Die Konkurrenten der TV-Plattformen im Panel

25.10.2007

Richard Eisler (Comparis) hat die Angebote der TV-Plattformen unter die Lupe genommen und äusserte seine Kritik. Ruedi Fischer (Cablecom), Christian Petit (Swisscom), Beat Knecht (Zattoo TV)  und Didier Divorne (allo.ch) konnten ihre Produkte bereits vorhin dem Publikum präsentieren und nun in der Panelrunde erhalten sie die Gelegenheit, ihre Standpunkte gegebenenfalls zu rechtfertigen. Richard Eisler verrät, dass er hinter der Bühne mit Ruedi Fischer diskutiert habe. Fischer verteidigt die Serienfunktion von Cablecom, die von Eisler genannten Fehler als solche seien ihm nicht bekannt. Doch wie erklären die Vertreter der Plattformen die angebliche Notwendigkeit der Settop-Box? Was ist an Eislers Vorwurf dran, den Kunden werde die Box gerade zu aufgezwungen? Fischer verspricht, dass sobald die Funktionalität der Programmaufzeichnungen gewährleistet sei, werde sich zumindest die Cablecom aus dem Geschäft der Settop-Box zurückziehen. Auf die Frage, ob der Preis von BluewinTV noch sinken werde, kontert Christian Petit mit dem Argument der Qualität. Der Focus sei nicht zwingend auf den Preis gerichtet, sondern viel mehr auf den Wert des Angebots, so Petit.

„Die Tagesschau zeichne ich heute einfach auf“

25.10.2007

Richard Eisler, Gründer und CEO von Comparis„Früher war mein Leben durch den Fernseher geprägt – für die Tagesschau musste ich zuhause sein“, gesteht Richard Eisler, Gründer und CEO Comparis. Mit Swissinfo habe sich alles verändert, der Zeitdruck sei weggefallen. Doch dann kam BluewinTV und Eisler fand sich in einer neuen Fernsehwelt. Die Tagesschau nimmt er heute einfach auf und schaut sie sich in aller Ruhe an. Für Coachpotatoes sei BluewinTV mehr als empfehlenswert, allein das Zappen durch das Programm beschäftige die Zuschauer für mehrere Stunden. In der Schweiz empfangen rund 2,9 Millionen Haushalte Digital-TV von Anbietern wie Cablecom, BluewinTV, SRG oder Zattoo. Die Anbieter haben 90 bis 130 Sender im Programm, Zattoo nur 41. Eisler berichtet, er selbst habe eine Bluewin sowie eine Cablecom Settop-Box, denn testen habe er beide wollen. Der Comparis-Gründer hat bereits einige Mängel festgestellt. So sei bei Bluewin TV die Bildqualität nicht immer ausreichend und bei Cablecom funktioniere die Serienfunktion oftmals nicht. Natürlich stellt er somit auch das Preis-Leistungs-Verhältnis in Frage. „Ich musste mich bei meiner Frau für eine Telefonrechnung von über 200 Franken rechtfertigen“, erzählt Eisler. Sowie Bluewin als auch Cablecom seien aus Sicht von Comparis.ch viel zu teuer. Eisler zieht ein Fazit: „Die Kunden schauen in die Röhre und die Anbieter nur für sich selbst“.

Wie kann man heute noch Geld verdienen?

25.10.2007

cave-martin.jpgUm eine hohe Rendite zu erzielen, nennt Professor Martin Cave (Director of the Centre for Management under Regulation, Warwick Business School, Coventry) verschiedene Möglichkeiten. Eine Taktik, das grosse Geld zu machen,  sei bestimmt mit Menschen, die über herausragende Talente verfügen – so zum Beispiel mit dem Fussballer Wayne Rooney. Eine weitere finanzielle Sicherheit bieten nach Cave die Vorteile eines Monopols. Cave bezeichnet einige Monopole gar als „Lizenz zum Geld drucken“. Doch wie kann in der heutigen Zeit noch Geld verdient werden und wo ist das Potential noch nicht ausgeschöpft? Cave sieht punkto neue Medien vorallem Microsoft, Intel oder Google als begünstigt. Neue Medien boomen und die Zahlen der User haben sich in den letzten fünf Jahren vervielfacht. Google plant nicht, ihre Dienste kostenpflichtig zu machen. Die Suchmaschine erzielt durch Beiträge von Werbenden oder Sponsoren horrende Gewinne. Eine weitere Geldquelle könnte nach Cave Web 2.0 sein. Dabei wäre der Focus auf selbst erstellte Inhalte der User gerichtet und Social Networking wie Chatten hätte die grösste Bedeutung. Eine vielversprechende Zukunft prognostiziert Cave für Internet-Werbung.

Gemeinsamkeit von Elvis und mobilem Fernsehen

25.10.2007

solstadoyvind.jpg„In den 60ern führte mein Vater meine Mutter aus und sie sahen sich einen Film von Elvis an. Doch der Plan meines Vaters schlug fehl, denn meine Mutter hatte nur Augen für Elvis“, beginnt Oyvind Solstad, Technology advisor, NRK-Norwegian Broadcasting, Oslo. Doch weshalb die Geschichte mit Elvis???? Solstad erklärt, dass er Elvis mit Revolution und Jugend verbinde. Und mit dieser Metapher schlägt er die Brücke zur modernen Medienlandschaft. Alles verändere sich und fast täglich würden wir mit neuen Medien konfrontiert. Besonders wichtig für die Entwicklung seien junge Leute zwischen 18 und 31 Jahren, fügt der Redner an. Eine Studie aus Norwegen ergab, dass die untersuchte Zielgruppe durchschnittlich 2,5 Stunden pro Tag fern sieht. Doch nicht nur der traditionelle Fernsehapparat unterhält die Jugend sondern auch das Handy oder der PC. Solstad zeigt witzige Kurzfilme, die auf youTube veröffentlicht wurden – nur eine von vielen Varianten, wie sich Konsumenten die Zeit vertreiben. Solstad sieht bei den neuen Medien wie YouTube oder mySpace eine besondere Neuerung. Der Dialog mit den Usern könne angeregt werden, denn die Nutzer schreiben Kommentare und Meldungen zu den Filmausschnitten. Die Beteiligung in den Foren der genannten Plattformen sei in Europa besonders hoch. Für Solstad ist es logisch, dass in diese Technologien stärker investiert werden müsse.

Schweizer geben viel für Werbung aus

25.10.2007

rohnerhanspeter.jpg„Wie viele Werbekontakte haben Sie heute über sich ergehen lassen?“, fragt Hans-Peter Rohner, CEO PubliGroupe AG, die Besucher der Comdays. Er selbst schätzt die Zahl um elf Uhr auf ungefähr 170. Rohner spricht der Werbung eine grosse Verantwortung zu, denn Vieles werde gratis und die Werbung solle den Verlust ausgleichen. Tatsächlich investieren Schweizer Unternehmen laut Rohner fast 7 Milliarden Euro pro Jahr in Werbung.

Die Verbraucher werden immer wählerischer

Das Angebot an Werbebotschaften ist sehr gross und die Konkurrenz schläft nicht. Um die Bedürfnisse der Konsumenten zu befriedigen, schlägt Rohner vor, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. Es müsse nach neuen Gesamtlösungen gesucht werden. „Von anonymer zu hochgezielter Werbung“, schlägt der CEO der PubliGroupe AG vor. Als Trend-Setter gelte der User generated Content. Als Beispiel nennt Rohner die Chips-Marke Doritos, welche einen Wettbewerb lancierte, wobei die Gewinner die Werbung für die Chipsmarke produzieren durften. Rohner wagt eine Prognose bis 2015: “ Information, Content, Service und Werbung werden zu etwas Neuem zusammen wachsen, das bis jetzt noch keinen Namen hat“.

Geschäftsinnovationen: Die Konvergenz soll es richten

25.10.2007

gerpotttorsten.jpgWie kann der Datentransfer innerhalb eines Unternehmens verbessert werden? „Die Konvergenz soll es richten“, fordert Professor Torsten J. Gerpott (Mercator School of Management, Universität Duisburg). Die klassische Aufteilung in Festnetz, Mobilfunk und allgemeinen Datentransfer dürfte laut Gerpott der Vergangenheit angehören. Ein Unternehmen profitiere vor allem, wenn die Daten auf ein mobiles Endgerät übertragen werden können – dies sei die Zukunft aber auch schon die Gegenwart. Der Fortschritt werde den Usern sowie den Anbietern nicht einfach in den Schoss fallen, sondern es müsse viel investiert werden.

Heute sind die Nutzer in der Kontrollposition

25.10.2007

ryan-thomas-v.jpg„Vor sieben Jahren kontrollierte die Musikindustrie das Ausmass des Musikvertriebs. Heute sind die Nutzer in der Kontrollposition“, kommentiert Tomas V. Ryan, Entrepreneur-in-Residence, Bessemer Venture Partners Former Global Senior Vice President of Digital and Mobile Strategy EMI, New-York. Die Musikindustrie müsse den illegalen Downloads trotzen und versuchen, neue Einnahmequellen zu schaffen. „Heute können die Jugendlichen nicht mehr ohne Musik leben“, so Ryan. Dies sei eine Möglichkeit für die Musikindustrie, neue Absatzmöglichkeiten zu gewinnen. Grosses Potential sieht Ryan in der Schaffung von digitalen Plattformen, denn so könnten die User mit den Anbietern kommunizieren. Die Anbieter wiederum erkennen die Ansprüche der Nutzer und können diese bereitstellen – die User übernehmen also gewissermassen einen kreativen Part.

Der Wahrheit ist es egal, in welchem Medium sie transportiert wird

25.10.2007

Moritz Leuenberger, Vorsteher UVEKAnfängliche Schwierigkeiten mit dem Mini-Mikro können den Bundesrat nicht aus der Ruhe bringen. Leuenberger witzelt und wirft ein kritisches Auge auf die moderne Technologie. „In der guten alten Zeit reichte ein einfaches Mikrofon“, erinnert sich Leuenberger und scherzt, dass er nicht gerne etliche Kabel im Gesicht habe, wo er doch gerade frisch aus der Maske komme und geschminkt worden sei. Die Aufteilung des Programms der Bieler Kommunikationstage – neue Technologien am einen Tag, mediale Inhalte am anderen –  kommentiert der Medienminister mit etwas Ironie. „Das ist also die Prioritätenordnung der Organisatoren: Heute der Trend und morgen die Wahrheit“, merkt Leuenberger an. „Den Kommunikationsminister haben sie zu den Trends eingeladen und nicht zur Wahrheit“.

Das Email hat den Brief nicht verdrängt

Leuenberger wirft die Frage in den Raum, wie die neuen Kommunikationsmittel den Medienalltag prägen. Er weist darauf hin, dass die neuen Medien die etablierten Medien kaum verdrängen würden, vielmehr spricht er von einer Veränderung: „Das Email hat den Brief nicht verdrängt, ihm aber eine andere Bedeutung gegeben“. Der Vorsteher des UVEK erläutert, dass neue Medien die Nachrichtenübermittlung in manchen Belangen verbessert hätten. Leuenberger verweist auf den 2. Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg anno 1814: “ Die Friedensbotschaft kam ganz einfach zu spät an“. Die Nachricht aus dem belgischen Gent brauchte damals 20 Tage Fahrt über den Atlantik, um nach New Orléans zu gelangen…

Leuenberger fasst im Schlusswort  zusammen, dass das Bestreben nach Qualität und die Suche nach Wahrheit unabhängig von der Kommunikationsform sein sollen. „Der Wahrheit ist es egal, in welchem Medium sie transportiert wird“.

Das Handy ist viel mehr als ein Telefon

25.10.2007

Marc Furrer, Präsident Bieler Kommunikationstage, Präsident ComComMarc Furrer begrüsst in Biel zu den 6. Kommunikationstagen und betont, dass die Veranstaltung keineswegs Routine geworden sei. Der Präsident der ComCom erklärt, dass Konvergenz auch heute wie vor sechs Jahren ein wichtiges Schlagwort sei. „Das Handy ist nicht nur ein Telefon(…) sondern auch eine Spiel- und Spasskonsole“. Furrer hofft, dass die Technologien den Menschen auch weiterhin dienen und das Leben nicht erschweren. Mit Ausblick auf die neuen Technologien eröffnet Furrer den Diskurs und wünscht den Anwesenden „gute Gespräche, interessante Referate aber auch etwas Spass“.