„Geld mit Inhalten ist im Internet kaum zu verdienen“

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Walder-Marc

Marc Walder

Marc Walder, Geschäftsführer Ringier Schweiz

Die radikalen Veränderungen im Medienmarkt kamen nicht schleichend, sie erreichten die Verlagshäuser rasch. Sehr rasch. Hinzu kam die konjunkturelle Krise. Beides zusammen mischte sich zu einem gefährlichen Cocktail. Für viele Printprodukte sogar zu einem tödlichen. Die Liste der beerdigten Titel sei lang, so Marc Walder. Gut möglich, dass das Jahr 2009 als schwärzestes in die Geschichte eingehe. Natürlich habe diese Entwicklung Spuren hinterlassen. In der Schweiz verloren seit 2008 rund 600 Journalisten ihren Job, Verlage schlossen sich zusammen. Zeitungen und Zeitschriften blieben zwar wichtig für Schweizer und Schweizerinnen. Aber: Die Auflagen befänden sich im Sinkflug. Die Zeit, die Mediennutzer heute im Internet verbrächten, fehle auch dem Hause Ringier. Und: Kaum ein Verlag könne heute im Internet mit Werbung profitabel sein, sei doch der Werbemarktanteil noch immer verschwindend klein. Den Löwenanteil sichere sich bekanntlich der Gigant Google. Walder erkennt eine grosse Herausforderung darin, Online-Inhalte profitabel zu vermarkten.

Die jüngst vereinbarte so genannte Hamburger Erklärung sei bedeutend. Es geht um den essentiell wichtigen Schutz geistigen Eigentums.

Mögliche Strategien der Zukunft? „Entweder Sie heissen TA Media und kaufen erst Bern und dann die Romandie oder Sie diversifizieren.“ Das Wort Diversifizierung bringt den Ringier-Chef am Schluss seines Referats sichtbar in Visionslaune. Er führt den Daily Telegraph, Premiumtitel in England, an. Dieser verkaufe inzwischen neben Qualitätsjournalismus Reisen, Tulpen, handgefertigte Schuhe und mehr. Ein Drittel des Gewinns mache dies beim Telegraph inzwischen aus. Folge: Keine Abstriche in der publizistischen Infrastruktur waren notwendig. Auch Ringier werde die Strategie der Diversifikation gehen, macht Walder klar.

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Eine Antwort to “„Geld mit Inhalten ist im Internet kaum zu verdienen“”

  1. Wir kommunizieren uns noch zu Tode Says:

    […] So zitiert Sabine Ingwersen im eigens eingerichteten Comdays-Blog den Geschäftsführer von Ringier Schweiz, Marc Walder, wie folgt: Die radikalen Veränderungen im Medienmarkt kamen nicht schleichend, sie erreichten die Verlagshäuser rasch. Sehr rasch. Hinzu kam die konjunkturelle Krise. Beides zusammen mischte sich zu einem gefährlichen Cocktail. Für viele Printprodukte sogar zu einem tödlichen. […]

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