20 Minuten: Erfolgsbeispiel auch in der Krise?

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Marcel Kohler

Marcel Kohler

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Geschäftsleiter 20 Minuten AG

«Der Erfolg wurde 20 Minuten nicht in die Wiege gelegt», erinnert Marcel Kohler. Der Empfang sei nicht eben herzlich gewesen. Auch er selber habe das Geschäftsmodell damals kritisch hinterfragt. Heute erscheint der Titel in zwei Sprachen und acht Lokalausgaben (Totalauflage 710’000 Ex./Tag, fast 2 Mio. Leser).

Die Krise im Werbemarkt («die gibt’s!») ist auch an 20  Minuten nicht spurlos vorbei gegangen. Allerdings sei 20 Minuten vom Rückgang im Werbemarkt weniger stark betroffen – und er setzte relativ spät ein. Im Gegensatz zur abonnierten Presse, die an Reichweite verliert, legt 20 Minuten bei der Reichweite konstant zu: «Insgesamt wurde noch  nie so viel Zeitung gelesen wie heute.» Am meisten Leser erreicht 20 Minuten bei den 14- bis 19-Jährigen. «Die Tatsache, dass die Hälfte der 14- bis 20-Jährigen wieder Zeitung liest, beantwortet die Frage nach der Legitimierung des Titels», so Kohler nicht ohne Stolz.

20 Minuten erreicht also eine hoch attraktive Lesergruppe und profitert davon bei den Werbekunden. Der Werbemarkt-Krise könne man also durchaus begegnen. Kontinuierliche Innovation sei deshalb das Ziel. Ein anderes die Expansion in neue Märkte. So hat Tamedia mit 20 Minuten zwei Mal Sprachgrenzen überschritten (Romandie, Luxemburg). Business Extension: Das People-Magazin «Friday» gelingt es – nach «unerwartet langer Schwangerschaft» – die Leser zu erreichen.

Teil der Innovation sei, nebst 20 Minuten online, das Mobile-Geschäft, welches konsequent vorangetrieben werden. Online bietet 20 Minuten lokale News mit erstaunlicher Tiefe an. Dies nicht zuletzt mit der Absicht, auch lokalen Werbekunden eine Plattform anzubieten. iPhone-User können (danke einer speziellen App) bald acht TV-Programme empfangen. Diese Dienste sind kostenpflichtig.

Entgegen den Vorurteilen habe 20 Minuten nicht allein deshalb Erfolg, weil die Zeitung gratis sei. 20 Minuten werde mittlerweile von mehr «Leadern» gelesen als der Tages-Anzeiger oder die NZZ. Aussagen und Meinungen aus der Branche zu 20 Minuten hätten sich stark geändert, konstatiert ein zufriedener Geschäftsleiter der meistgelesenen Zeitung der Schweiz.

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