Handy-Markt Schweiz – Undurchsichtig und viel zu teuer

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Monika Dusong

Monika Dusong

Monika Dusong, Présidente de la Fédération romande des consommateurs, FRC

Die Präsidentin der welschen Konsumentenorganisation weiss: Für Kundenbindung müssen Telco-Anbieter in der Schweiz wahrlich kein Vermögen budgetieren. Schweizer Nutzer sind treu, vergleichen wenig, schauen kaum ihre Handy-Rechnung an und legen sich selten für ihre Tarifoptimierungen ins Zeug. Ökologische Handy-Nutzung sei kaum ein Thema. Immer das neueste Handy müsse es sein. I-Phones verzeichnen doppelt so hohe Absätze wie in vergleichbaren Märkten. Warum aber sind Schweizer Handy-Nutzer so „pflegeleicht“? Mag sein, dass es den Schweizern immer noch zu gut gehe, aber: es fehle eben auch am politischen Willen, endlich zu Gunsten der Konsumenten durchzugreifen. Die Lobby der Industrie, so Dusong, sei eben noch immer markant wirksamer als jene der Handy-Kunden. Daran will ihre Organisation etwas ändern. Die Probleme: Der Wettbewerb spiele nicht frei, Handy-Tarife seien ein einziger komplexer, undurchdringlicher Dschungel. Ein Dorn im Auge der Konsumentenschützerin sind vor allem die Verträge. Ein- oder zwei-jährige Laufzeiten mit automatischer Verlängerung lägen jenseits des internationalen Marktes, der längst wochen- oder tage-weise Kündigungsfristen kennt. Hinter der mangelnden Transparenz stecke System. So bliebe die Forderung nach klaren Angaben der Kündigungsfristen auf den Handy-Rechnungen seit Jahren bei den drei Markt-Playern ungehört. Irrwitzige Probleme mit der Informatik würden als Gründe geltend gemacht. „Nutzer müssen Buch über Ihre Verträge führen – das kann nicht sein und ist missbräuchlich“. Kein Wunder, blieben so die Marktanteile stabil. Die teure Insel Schweiz. Das heisst: Hierzulande zahlt der Handy-Nutzer beachtliche 57% mehr als im europäischen Durchschnitt. Ein Runder Tisch mit den drei Anbietern Swisscom, Orange und Sunrise endete laut Monika Dusong jeweils in einer Farce: „Die mögen sich nicht und sprechen nicht miteinander.“ Bleibt also politischer Druck und an diesem soll auch künftig gearbeitet werden. Die Faust im Sack der Konsumenten – das wolle man nicht weiter hinnehmen.

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