Strategische Ausrichtung des Schweizer Fernsehens

by

Ingrid Deltenre, Direktorin Schweizer Fernsehen, SF, Zürich

 

Ingrid Deltenre

Ingrid Deltenre

Ingrid Deltenre weiss um die begrenzte Aufnahmefähigkeit des Menschen und rüttelt das Publikum mit einem schnell geschnittenen Video und harten Gitarren von Nickelback.

SF beobachtet eine epochale Veränderung in der Nutzung der Medien. Die Strategie muss deshalb in kurzen Abständen immer wieder überdacht werden.

Trends:

TV wird zum Kinoerlebnis (HD suisse, besseres bild, besserer Ton). SF war hier europaweit Vorreiter. Bis 2012 werden alle SRG-Sender vollständig auf HD umgestellt.

TV wird durch Intternet individualisierter. Das Publikum wird Video on Demand nutzen. Jüngere wollen passiv geniessen, aber auch spielen, kreieren, chatten und daten. Sie suchen emotionale Erlebnisse. Sie schauen etwas weniger fern, verweilen aber länger im Internet.

Video on Demand nimmt zu. Die Flexibilität und Auswahl steigen, technisch wird vieles einfacher, attraktive Programme werden kostenlos angeboten.

TV wird mobil. Dank gemeinsamen, offenen Standards und sehr niedrigem Preis wird dieser Trend nachhaltig sein. Der Erfolg mobilen Fernsehens hängt noch von Faktoren ab, die SF als Sender nicht beeinflussen kann (z.B. Endgeräte).

SF: Wie geht es weiter?

Für ältere Zuschauer wird fernsehen immer komplizierter. Für die Entwicklung bis ins Jahr 2016 sieht Deltenre zwei Treiber: den technischen Wandel und die Mediennutzung. SF glaubt an eine digitale Konsolidierung. Bestehende Technologien werden ausgereift sein, HDTV und VoD erreichen den Massenmarkt, alle Haushalte haben einen Breitbandanschluss. Die Bereitschaft, für VoD zu bezahlen, ist nicht zu erwarten.

Prognosen: Der tägliche TV-Konsum wird konstant bleiben. Der wesentliche Übertragungsweg bleibt das Kabel. Der Anteil nichtlinearer Nutzung dürfte auf ungefähr 30% anwachsen.

Strategie: TV bleibt die wichtigste Plattform der SF-Programme. SF investiert prioriär in das Programm, erarbeitet aber eine Multiplattform-Strategie. Der Sender fördert die vrossmediale Produktion und Diversifizierung der Marken. Das Fernsehen ist die Lokomotive für die publizistischen Angebote auf den neujen Plattformen.

Das Internet nutzt SF gezielt, um jüngere Nutzer anzusprechen, schöpft die Möglichkeiten des Internet besser aus. SF entwickelt sich vom Broadcaster zum Kommunikator.

Multiplattform, Stichworte

Multiplizieren: DVD, Podcast, Archiv, Streaming, Catch up TV, Media Center, YouTube, iTunes, Zattoo/Karimbo

Diversifizieren: Tagesschau 100 Sekunden, Music Star, Kassensturz, Puls, etc., Labels im Internet weiterführen, ergänzen mit nutzbringenden Informationen und Services.

Kreieren: Ski Challenge, myStage, etc. Eigenständige Inhalte, die im Internet starten und zu Bestandteilen von Sendungen werden (können). Es reicht nicht mehr, alleine über Sendungen nachzudenken. Wir müssen überlegen, welche Marken diversifiziert werden und zusätzliche Inhalte bieten.

Die publizistische Ausrichtung zielt auf mehr Qualität und Tiefgang sowie höhere Relevanz.

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