Panel: Radio- und Fernseh-Ordnung (Teil I)

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Moderation:
Hans Peter Trütsch, Leiter Bundeshausredaktion, Schweizer Fernsehen

Teilnehmer:
Roger Schawinski, Medienunternehmer
Günter Heuberger, GF Top Medien, Winterthur
Martin Dumermuth, Direktor BAKOM
Jürg Bachmann, Präsident VSP, Verband Schweizer Privatradios

Die Konzessionsentscheide sind leider noch nicht gefallen. Wann bringt Ihr endlich diesen Entscheid?
Dumermuth:
Noch vor der Wintersession (ab 1. Dez.).

Weshalb brauche Sie so lange?
Dumermuth:
  Wir arbeiten nicht langsam. Die erste Tranche der Entscheide wurde vor den Sommerferien gefällt. Es wäre ein Fehler, sich zu stark unter Druck setzen zu lassen. Wir wollen keine Fehler machen. Mit diesen Entscheiden müssen wir die nächsten zehn Jahre leben können.

Bachmann: Für uns macht jeder Tag, den wir warten müssen, die Situation komplizierter. Wir müssen unseren Kunden sagen können: Es gibt uns nächstes Jahr noch. Bitte sorgen Sie, Herr Dumermuth dafür, dass diese Konzessionen so schnell wie möglich gesprochen werden.

Heuberger: Das ist das siebte Konzessionsverfahren, das ich durchmache. Da gab es immer wieder Verzögerungen. Wichtig ist, dass die Entscheide, wenn sie kommen, juristisch gut begründet sind. Die Diskussion wurde in der Bevölkerung ganz falsch geführt. In keiner Zeitung wurden die Ausschreibungskriterien genannt. Ich habe starke Vermutungen, wer die Konzessionen erhält. Es werden diejenigen sein, die die Auflagen am besten erfüllen.

Weshalb wollen Sie es mit Radio 1 im Alter von 63 nochmals wissen?

Schawinski: Dass ein SRG-Vertreter diese Frage stellt, ist typisch. Für einen Unternehmer ist das doch klar. Ich finde es unerhört, dass es sich die Vertreter mächtiger Verlagshäuser, Herr Kall (Tamedia) und Herr Wanner (AZ Medien) leisten, heute nun doch nicht hierher zu kommen. Das zeigt eine gewisse Mentalität.
Ich möchte noch einmal einen Beitrag zur Qualität in der Radiolandschaft leisten. Der Konzessionsentscheid würde vor dem ersten Schnee fallen, wurde mir beschieden. Aber nicht, wo dieser Schnee fallen muss . . .

Woher Ihr Elan? Schawinski: Meine Liebe zum Radio treibt mich. Fernsehen ist das Medium des Geldes, bei Sat 1 habe ich da in der Champions League gespielt. Radio ist kreativer, da ist man freier, da kann man mehr bewegen.

Ihre Motivation, Herr Heuberger?
Schawinski: Dass er mit Radio Geld verdienen will, kann man ihm sicher nicht vorwerfen.
Heuberger: Mache ich auch nicht, wir verdienen damit kein Geld, wir arbeiten ausgeglichen. Das Radio verliert angeblich medienpolitisch an Bedeutung. Das ist falsch – und es ist schade. Geiles Medium, würde Roger wohl dazu sagen . . .
Schawinski: Genau!
Heuberger: Alles was ich gemacht habe, alles was ich gelernt habe, setze ich ein, um wieder etwas zurückzugeben.
Ist Geld die hauptsächliche Triebfeder Ihrer Mitglieder?
Bachmann: Die Motivation Radio zu machen, ist das Radiomachen per se. Das Medium ist direkt, unmittelbar, das hat eine ganz eigene Faszination. Und man kann damit etwas bewirken. Dass die Privatradios Einnahmen generieren müssen, ist Fakt. Das ist Teil eines qualitativ hochstehenden Radios.

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