Grenze Blogging/Journalismus?

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David PogueNach seinem gestrigen, poprockig rasanten Konzertauftritt ist David Pogue heute lediglich mit Notebook und Wasserglas «bewaffnet.» Gleich zu Beginn testet er die Simultanübersetzung. Auch dies auf humoristische Art.

Wo ist die Grenze zwischen Blogging und Journalismus?

Grundsätzlich agiert der Konsument als Produzent (Web 2.0). Pogue ist sichtlich beeindruckt, dass die YouTube-Gründer nach nur einem Jahr ihre Firma für 1.7 Milliarden Dollar an Google verkauften.

Jede Minute werden 75 neue Blogs eingerichtet. Viele werden eingerichtet und nur einmal angeschaut: «Does ist work? And then, never again.»

Blogs geben jedem eine Stimme und geben Firmen ein Gesicht. Pogue unterscheidet zwischen zwei Blog-Sphären: Dem persönlichen, privaten Blog und dem kommerziellen Blog. Letzterer dient dazu, Geld zu verdienen (hauptsächlich über Werbeeinnahmen).

When Blogs Break News: Einige der meist prägendsten Themen in den USA wären ohne Blogs nicht zum Thema geworden. Blogger haben beispielsweise aufgedeckt, dass auf CBS (Dan Rather) gezeigte Dokumente (sie betrafen Präsident Bush Senior) gar nicht in der fraglichen Zeit entstanden sein konnten, weil der betreffende Schriftschnitt im Jahr 1972 so noch nicht exisiterte.

Blog-Ethik

Vorteile des Blogs sind seine Schnelligkeit, auch die der eintreffenden Reaktionen. Blogger sind keinem Verleger verpflichtet, keine Kollegen, keine Korrektoren nehmen auf die Einträge Einfluss. Sie sind aber beeinflussbar. Wer lehnt ein Nachtessen mit einem Hersteller ab, über dessen Produkte er Kritiken verfasst? Journalisten sind da in der Regel vorsichtiger als Blogger. Das Medium verschafft auch einem destruktiven Journalismus Vorschub und fordert seine Opfer. Unüberlegte Falschmeldungen können für einzelne Personen verheerende Folgen haben, wie z.B. Morddrohungen. Wenn die Lawine losgetreten ist, kann sie nicht mehr gebremst werden. Nicht nur das Leben einzelner Personen kann so dramatische, unangenehme Veränderungen erfahren. Auch Firmen und deren und Dienstleistungen Produkte werden mit Falschmeldungen diskreditiert. Wird ein Lebensmittel als krebsfördernd bezeichnet, kann diese Information und deren Verbreitung nicht mehr gestoppt werden. Verkäufe brechen ein, Aktienkurse stürzen ab.

Welche Informationen sind korrekt? Die Vertrauenswürdigkeit der Quelle ist unklar. Bewertungssysteme sind der Versuch, die Qualität der Information schnell erkennbar zu machen. Der Weisheit letzter Schluss sind die bestehenden Systeme noch nicht.

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Eine Antwort to “Grenze Blogging/Journalismus?”

  1. Artio Says:

    „Vorteile des Blogs sind seine Schnelligkeit, auch die der eintreffenden Reaktionen. Blogger sind keinem Verleger verpflichtet, keine Kollegen, keine Korrektoren nehmen auf die Einträge Einfluss.“

    Ja, schon, aber wenn der Blogger ein Bundesrat ist im Amt, also kein Ex, wem ist er dann verpflichtet?

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